Port Lincoln, SA

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Buschfeuer am 11.1.2005 auf unserer Farm in  Süd Australien

 

Feuer Skulpturen Bilder besonderer Art

Feuer Bilder von Theo Modra - Luftbilder

Bilder vom Fortschritt 11.5.2005

 Die Australier

haben sich gezeigt wie wir es nie erwartet hätten. Unterstützung  von wildfremden Leuten und das nicht nur mit Geldspenden sondern mit tatkräftigem Einsatz beim Aufrollen von verbrannten Zäunen, Bäumen und Schutt wegräumen.  Rentner und Jugendliche alle haben mit angefasst. 

Bericht von Helga   26.1.2005 14 Tage nach dem Black Tuesday

Bericht von Otto  26.2. 2005 4 Wochen nach dem Feuer

Bilder vom Feuer

Bilder vom Aufbau

4 Monate nach dem 11.1. 2005 11.5.2005

Unsere Freunde aus Deutschland als Volunteers bei uns

Christliche asiatische Gruppe hilft Aufräumen

Clicken sie auf die Bilder zum Vergroessern

12 junge Australier und Asiaten von Adelaide opferten ihr Wochenende und halfen Zäuene aufrollen. Sie fuhren 650 km um zu uns zu kommen.
Sie betrachteten den Einsatz als tatkräftige, missionarische Arbeit, als Einsatz persönlicher Fähigkeiten für andere ohne Bezahlung.

 

Germans helfen Germans

 Der deutsche Club aus Adelaide schenkte uns ein Aufräum-Wochenende am 12/13.3.05 mit 20 Freiwilligen.  Der Älteste war 77 Jahre und der Jüngste 18 Jahre alt.

Bericht in Englisch von der Präsidentin Elke Pfau

Bilder des Fortschritts

Unser jetziges Heim mit neuem Carport Unsere helfenden Engel und Ihre mobilen Häuser
Das Bushaus Beverly im Bus Dinner in unserer Küche
Unser Teich vor dem Haus sieht schon wieder ganz normal aus Das neue Wohnhaus ist fertig

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4 Monate nach dem Black Tuesday 11.1.2005

Jetzt sind schon 4 Monate vergangen und viel hat sich inzwischen getan.  Die Hilfe von allen Seiten reißt nicht ab.  Im Moment  haben wir 2 Ehepaare auf unserer Farm, die mit dem eigenen Caravan bzw.  Wohnbus angereist sind und beim Wiederaufbau unendgeldlich helfen.  Helmut war schon da mit der Gruppe vom Deutschen Club aus Adeleaide.  Diesmal hat er seine Frau Jean mitgebracht . Er hat einen mustergültigen Zementfußboden in unsere neue Werkstadt gezaubert.  Er ist pensionierter Concrete Fachmann und hat noch einmal sein Können unter Beweis gestellt.  Alle haben gestaunt wie glatt und hervorragend das Ergebnis geworden ist.  Es war gar nicht so leicht für ihn als Rentner.  Zwei Wochen hat er uns geholfen und ist jetzt wieder zurück nach Adelaide gefahren.  Wir danken ihm aus ganzem Herzen. Arnd hat gut aufgepasst und den nächsten Boden für unsere Halle auf dem ehemaligen Woolshed Gelände werden wir selbst gießen.  Hier soll im Oktober ein Betriebsfest stattfinden.

David und Berverly, die mit einem Riesenbus seit 5 Jahren unterwegs sind, kommen aus Queensland.  Sie bleiben überall so lange wie es Ihnen gefällt und reisen dann weiter. Sien wollten für 3 Tage als Volunteers helfen, jetzt sind sie schon 3 Wochen bei uns. Wenn es kälter wird werden sie in wärmere Teile des Landes weiterreisen. David ist ehemaliger Holzfäller und genau das ist bei uns eine gesuchte Fertigkeit.  Mindesten 200 - 120 Jahre alte Bäume müssen gefällt werden, was gar nicht so einfach ist.  Zum Teil haben sie einen Durchmesser von 1 m.  Für diese Arbeit muß ein australischer Arbeiter eine spezielle Lizens haben, sonst darf er die Arbeit nicht ausführen.  Leider haben wir bis jetzt noch keinen gefunden, der in der Lage war oder willig diese Riesen Bäume von 30 m Höhe und mehr um zu legen.  5 Bäume liegen jetzt flach und zwar die, die man hier als " Witwenmache" bezeichnet, wegen der herabfallenden Äste, und die am nächsten an unserem Haus standen.  Leider haben wir im Moment keine Verwertung für die Riesenbäume, so daß diese Arbeit  sich auf die wenigen 5 beschränkt hat. Ich bedaure es sehr, da die schwarzen Wälder mir sehr aufs Gemüt schlagen.

Dirk hat ebenfalls seinen Urlaub bei uns verbracht und uns beim Wiederaufbau geholfen.   Er wohnte in unserem neuen Kleinapartment,  welches in der Nähe des alten verbrannten Woolshed Cottages entstanden ist.   Er ging Otto zur Hand und die beiden waren ein gutes Team.  Er konnte mit Dirk unseren zukünftigen Bauplatz  vorbereiten und eine Menge kleine Arbeiten verrichten, bei denen eine tatkräftige Hilfe sehr willkommen ist.  Wir haben uns sehr über sein Kommen gefreut.

Zum Abschied von Helmut und Jean hatten wir wieder mal ein Dinner in unserer Küche.  Diesmal waren wir 10 Personen.  Wir hatten noch nie soviele "Partys" wie in der Zeit nach dem Feuer.   Dank des guten Barossa Weins ging es immer recht fröhlich zu. Wir sind langsam Meister im Improvisieren.  Als ich in Albury bei Marita war für 1 Woche, haben Dirk und Otto unsere Mitarbeiter verwöhnt.  Leider hatte die Kommunikation nicht ganz so gut funktioniert auf der Farm, so daß Otto und Dirk nur mit der Hälfte unserer Leute rechneten.  Wegen des eingeschränkten Raumes wollten sie 2 Partys davon zelebrieren.  Als das Essen dann losgehen sollte erschienen plötzlich die anderen auch und es gab Probleme. Da wir im Moment nur begrenzte Bewirtungsmöglickeiten haben mußte wieder einmal improvisiert werden.  Dank unserer gut gefüllten Truhe , ausreichenden Weinvorräten und Ottos perfektem BBQ haben die beiden es gemeistert und zum Schluß waren alle happy.

Arno Broermann,aus Borringhausen, Sohn von Franz Broermann, der vor einigen Jahren mit dem Flieger auf unserer Farm gelandet ist, wagte sich direkt nach dem Abitur und Wehrdienst in unsere trostlose Gegend, um uns beim Aufräumen zu helfen.  Als zukünftiger Agrarstudent packt er an wo es gebraucht wird.  Ihm ist keine Arbeit zu dreckig oder zu primitiv.  Er sieht abends genau so schwarz aus wie wir alle, die wir immer noch Trümmer beseitigen,  aufräumen und versuchen den alten Zustand der Farm in etwa wieder herzustellen.  Er wird noch einige Monate bei uns bleiben,  und wenn der Regen anhält, der heute Nacht langsam anfing, in den nächsten Wochen beim Einsäen unserer 800 ha helfen.  Er wird sicherlich sehr viel mitnehmen für sein späteres Leben.  So viele Möglichkeiten hat es bei uns noch nie gegeben , um die australische Lebensart von Grund auf kennen zu lernen.

Die heutige Jugend ist besser als ihr Ruf!  Wir haben viele von ihnen kennengelernt im Laufe der Jahre.  Ungefähr 40 Jungen und Mädchen haben mit uns zusammen gearbeitet als Praktikanten.  In den meisten Fällen war es eine Freude, sie bei uns zu haben.  Sie waren begeistert dabei mit guten Fachkenntnissen ausgestattet und haben uns jung gehalten.  Mit vielen verbindet uns eine herzliche Freundschaft. 

Auch Damian und Reinhard Hillmann aus Deutschland waren für eine Woche bei uns.  Reinhard war ein Schatz. Er hat mit mir zusammen unseren Teich vor dem Haus wieder ansehbar gemacht. Er konnte mit der Kettensäge umgehen wie ich mit der Nähmaschine, (falls sie nicht streikt).  Er nahm die große Säge, für mich warf er die kleine Säge an und wir haben gesägt was das Zeug hielt. Zum Schluß hatten wir Berge von Holz, vor denen Otto fast kapituliert ist,  als er es mit dem Payloader wegschieben mußte.   Nur gut daß wir so eifrig waren, jetzt ist stop mit Sägen wegen der vielen zusätzlichen Arbeit. - Schade.  Es hat soviel gebracht !  Damian hat auch noch Zeit gefunden, einen Vormittag mit uns zu wirken, trotz der vielen verwandtschaftlichen Verpflichtungen.

Otto schiebt die Felder frei, die mit vielen Holzhaufen übersäht sind, damit die Einsaat vonstatten gehen kann.

Bei all diesen  selbstlosen Menschen fühlen wir uns manchmal beschämt.  Hätten wir das auch getan? 

Wenn wir diese lieben Leute um uns haben spüren wir nach kurzer Zeit  des Zusammenseins eine seltsame Vertrautheit, die wir sonst im Leben nur sehr selten erleben durften, und die man sich nur wünschen nicht planen und nicht erzwingen kann.   Wir spüren auch noch eine andere Wirkung in dieser schweren Zeit.  Wir erfahren wie brüchig das Leben ist und welche Gnade es ist, wenn das Leben freundlich und vor allem schmerzlos verläuft.   Wir machen die Erfahrung, daß man erst in der Begegnung mit anderen  Menschen sein eigenes Leben richtig einordnen und bewerten kann.  

Helga 

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Bilder  


Sunset Woolshed left overs Greenpatch view on Maedows
Sheep go in holidays 1 lamb found a foster mother boats people as helpers
our former residence Sand storm over Green patch New  Caravan en suite

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Bericht von Otto

Ein Bericht für unsere Freunde und Bekannten, die bei uns waren und wissen, wie es bei uns auf Greenpatch einmal aussah.

Am 10. Januar 2005 brannte ein Stoppelfeld ca. 40 km von uns entfernt.   Keiner hat sich etwas dabei gedacht, da Feuer um diese Zeit des Jahres normal sind.  Es wäre  leicht gewesen, es zu löschen, aber der Oberfeuerwehrmann von Adelaide sah keine  Gefahr.

Am 11.1. reinigte Arnd bei 35 ° den Mähdrescher, er hatte unsere Feuerwehr mit vollem Tank vorsichtshalber bereitstehen.   Er bat mich, auf den Greenpatch (300 m ü. M.) zu fahren und das Feuer in der Ferne zu beobachten.   Der Wind blies stark vom Norden und trieb den Rauch gen Port Lincoln, was auch im Wetterbericht um 12.30 Uhr erwähnt wurde.  Plötzlich veränderte sich der Himmel.  Er verfärbte sich, und wir erlebten ein Farbenspiel, welches uns an das Sonnenwunder in Fatima erinnerte. In einem Moment war der Himmel rot, dann dunkel, dann blitzte die Sonne wieder, so daß Helga die Camera griff um es im Bild festzuhalten, nichts Böses ahnend. Sie nahm mein Auto und fuhr damit los, um auch unsere deutschen Gäste zu informieren, die vor 2 Tagen aus Frankfurt angekommen waren und für 2 Monate  bei uns bleiben wollten. Sie waren schon nicht mehr da, sondern hatten das Haus verlassen, als sie sahen, was um sie herum passierte. Am Abend vorher hatte Helga sie noch ausführlich über australische Buschfeuer informiert und mit ihnen eine Tour auf den Greenpatch und in die Nähe des brennenden Feldes gemacht. Helga versuchte dann ebenfalls auf unseren Aussichtsberg  den Greenpatch zu fahren, um zu erkunden was los war, da zu dem Zeitpunkt noch keine Flammen zu sehen waren.  Sie kam aber nicht mehr soweit und musste umkehren, da ihr das Feuer den Weg versperrte. In Windeseile brannte es auf beiden Seiten der Strasse, sowohl bei den Nachbarn wie auch bei uns in der Wiese 27. Sie eilte geradewegs zu Arnd und alarmierte ihn mit der Feuerwehr, der auch sofort damit startete. Danach fuhr sie wieder durch die Wiese, da der Weg zu unserem Haus schon brannte, in dem ich  seelenruhig zu Mittag aß.  Sie rief aufgeregt über unser Autoradio “es brennt bei uns”.  Ich wollte es nicht glauben, da ich laut Nachrichten mich absolut sicher fühlte. Sie sagte dann “dreh dich mal um und sieh aus dem Fenster, die Feuerwalze kommt auf uns zu” Was sie auch tat. Der Wind hatte urplötzlich auf Südwest gedreht, es wurde Nacht, und die Flammen kamen in 12 Minuten über 30 km Entfernung direkt auf Greenpatch zu. Die einzigste Warnung, die wir bekamen, war ein Anruf von Mark Modra, unserem Nachbarn, der bei der Greenpatch Feuerwehr mitmacht und Arnd mitteilte “ die Glen Forest Farm ist schon verbrannt und das Feuer kommt auf Euch zu”. Das wusste aber nur Arnd, wir haben absolute keine Wahrnung bekommen und, da wir hinter dem Wald wohnen, konnten wir auch erst sehr spät sehen was los war.

Ich versuchte noch eine Leiter an die Dachrinne zu stellen, um sie mit Wasser voll zufüllen, als die Flammen schon aus unserem Wald schlugen. Eigentümlicherweise brannten die Spitzen der Bäume zuerst.  Ähnlich der Stalinorgel im Krieg flogen Feuerbälle überall und entzündeten neue Feuer rund um uns herum. Durch die Wiese hinter unserem Hause wälzte sich eine hohe, breite Feuerwandwand mit rasender Geschwindigkeit  direkt auf unser Haus zu. Da war keine Zeit mehr zu verlieren.   Nur leicht bekleidet sprangen wir ins Auto, mit unseren Hunden Tanja und Pauli an Bord fuhren wir bis zu unserer Einfahrt als ich Jackie vermißte.   Ich setzte zurück, hupte und schrie aus Leibeskräften nach meinem Lieblingshund – gehorsam wie immer kam sie aus dickem Rauch und sprang aufs Auto.   Im selben Moment erreichte uns Brian, unser Lehrling, am Teich vor unserem Haus.   Er war gerade dabei, sein neues zu Hause im Woolshed einzurichten und hatte die meisten Sachen schon gebracht.   Er vermißte seinen Hund Lexie, hatte aber keine Zeit mehr nach ihm zu suchen.  Lexi war seine beste Freundin und er war sehr traurig.  Wir flüchteten gemeinsam durch Nr. 15 zu Arnd.  Arnd  hatte noch versucht mit unserer Feuerwehr unser Haus zu retten, konnte aber wegen der großen Hitze nichts mehr ausrichten.  Das Feuer war zu der Zeit schon in allen Wiesen vor und hinter uns, aus der Gegend der Parkerfarm leuchtete es rot am Horizont, und das Inferno war fast bei Arnd’s Haus angekommen. Es raste mit 170 km pro Stunde kreuz und quer.  Luftlinie zu Arnd sind ca. 3 km.  Arnd und Heidi hatten die Bewässerung laufen lassen, füllten Wasser in die Dachrinnen und brachten unsere große Feuerwehr in Gang, weil der Strom ausfiel.   Ich versuchte nochmal zu unserem Haus zurückzufahren, kam aber nur bis zu unserem Postkasten am Haupteingang, als mich die Feuerwalze zur Umkehr nach Arnd zwang.   Inzwischen brannte es hinter den Silos im Heulager bei Arnd.   Die Feuerwehr fiel aus in dichtem Rauch, vertakelt in einem Drahtgitter(Cockiegate).   Wir mußten wieder fliehen.   Das Feuer war bereits an beiden Seiten von Arnd’s Haus.  Wir konnten nichts mehr tun, aber der Rasen war naß und die Dachrinne war voll Wasser.   Heidi griff den großen Enneking Stammbaum, den wir anläßlich der Enneking Reunion hier auf unserer Farm 2002 von unseren Dammer Verwandten  geschenkt bekommen hatten, den Computer mit den Farmdaten und legte beides in Arnd’s Stationwagen.  Arnd nahm das geschnitzte Oberammergauer Kreuz und das von Onkel Willi geerbte Christophorusbild als kostbarstes Gut mit in sein Auto.   Wir, Helga und ich hatten nur uns selbst und Helgas Kamera, die der Grund zum 1. Verlassen des Hauses gewesen war.   Wir fuhren los mit 4 Autos, beladen mit unserem normalen Werkzeug und den 5 Hunden hinten drauf.  Unser Mercedes war am Vortage in die Stadt gebracht worden zur Inspektion. Das war ein Glücksfall, denn mit dem Auto hätten wir es sicherlich nicht geschafft.  Wir fuhren also Richtung North Shields.  Helga und ich waren schon einige Minuten vorher abgefahren.  Als wir unten an der Kreuzung ankamen brannte es chon an beiden Seiten der Straße meterhoch, und die Chapman Road war versperrt durch umgefallene brennende Bäume.  Wir drehten um, dabei schrammte ich ein Straßenzeichen beim Zurücksetzen, kam aber wieder auf die Straße in Richtung Arnd’s Haus. Auf halbem Wege kamen uns Arnd, Heidi und Brian, unser Azubi, je mit einem Ute entgegen und forderten uns per Funk auf, ihnen zu folgen nach North Shields ans Meer. (11km). Jetzt mußten wir doch durch die beidseitig der Straße brennenden Eucalyptus-und Sheoaks, durch die wir uns vorher nicht getraut hatten. 8 km lang war der Fluchtweg durch die Hölle.   Es war mittags 1 Uhr und stockdunkel vom Rauch und wehender Asche, glühend heiß, die vollaufgeblendeten Scheinwerfer waren nutzlos.  Ich kannte die Straße in und auswendig, konnte aber nur einige meter weit sehen. Ich bat Helga, mir zu helfen in der Mitte der Straße zu bleiben. Ich war eiskalt, knallhart auf meine Aufgabe des Überlebens fixiert.     Zu meiner Schande muß ich gestehen: Ich habe nicht einmal ein Stoßgebet zum Himmel geschickt.

  Keine Sekunde habe ich an unserer Rettung gezweifelt.  Helga war sehr tapfer und dirigierte mich ruhig durch die Dunkelheit, bediente den Funk, der uns mit den anderen 3 Autos verband.   Plötzlich hörten wir von Heidi:” Arnd ist von der Straße abgekommen.  Ich hole ihn raus.” Hinter einer Kurve in der Nähe von Glen Murray’s Haus muß er für einen Augenblick das Bewußtsein verloren haben, er fuhr als Einziger ein Auto ohne Aircondition, und so schleuderte er durch Cookies Zaun eine Böschung hinunter rechts in die Wiese. Der Zaun fing sein schlitterndes Auto auf und brachte es wieder von der Seitenlage auf zwei Rädern zurück auf alle viere, allerdings in entgegengesetzter Richtung.  Heidi fuhr sofort hinter her und zog ihn in ihr Auto. Arnd’s Auto ließen sie zurück. Dann ging es weiter Richtung Mee r. Heidi und Arnd - vorne, Brian in der Mitte und Helga und ich als letzte.   Ich fuhr auf Nr. Sicher und merkte plötzlich ein Rumpeln unter mir.   Es waren John Cooks tote Schafe , die auf der Straße lagen.   Hustend und mit tränenden Augen wurde es nach 8 km wieder Tag. Wir konnten unseren Kindern nicht mehr ans Meer folgen, da die Zuwegung inzwischen wegen umgefallener Bäume gesperrt worden war. Aber unsere Funkverbindung klappte noch. Wir gingen also in den Pub von North Shields und  trafen hier  auf unsere Nachbarn, die ebenfalls geflüchtet waren..   Die Besitzer versuchten uns zu trösten, gaben unseren angesengten Hunden und uns Wasser. Arnd und Heidi hielten sich zu der Zeit am Meer auf zusammen mit vielen Bewohnern von North Shields, die versuchten im und am Wasser den Flammen zu entgehen. Als das Feuer dann ganz nahe kam sprangen sie ins Wasser und wurden zum Teil von zur Hilfe eilenden Booten gerettet.  Wir waren inzwischen aus dem Pub evakuiert und nach Port Lincoln geschickt worden, da das Feuer in einer Breite von 40 km zurückkam wieder auf North Shields zu. Bei dieser 2. Attacke wurde der Caravanpark bis auf einen Wagen völlig zerstört.  Später trafen wir uns dann alle bei unseren Freunden Renate und Gerd Jackner am Rande von Port Lincoln wieder.  Sie betreuten uns so gut es ging.  Wir konnten duschen, erhielten saubere Kleidung und mußten jetzt abwarten.  Auf dem Weg nach Port Lincoln stellte ich mit großem Schrecken fest, daß mein Tankanzeiger auf nahe Null stand.   Jetzt wußte ich: Wir sind in Gottes Hand.

Nach einiger Zeit ließ der Wind etwas nach und ich wurde beim tatenlosen Herumsitzen nervös.  Helga bat mich, kein Risiko einzugehen, als ich mich mit Arnd aufmachte nachzusehen, was auf Greenpatch passiert war.  Es hat mich eigenartig berührt auf dem Wege dorthin zu erleben, wie die Leute seelenruhig Golf spielten und ca 5 km entfernt über der ganzen Gegend die Flammen hoch ausschlugen und dichter Rauch den Himmel verdunkelte und Menschen starben.  Bei der Farm von Nachbar Heydt und der Glen Forst Tourist farm erreichten wir dann die Katastrophengegend. Hier hatte der Wind gedreht und das Feuer auf unsere Farm zugetrieben.   Wir versuchten über unsere 1,5 km lange Baumallee zu unserem Haus zu gelangen, aber brennende, umgefallene Bäume lagen kreuz und quer.   So fuhren wir parallel zur Straße durch die Wiesen 17 + 17a, die Zäune lagen ohnehin flach, zum Maedow Platz, wo gerade die Veranda vom Woolshed zu brennen begann.  Eine Feuerwehr hätte ihn retten können.   Aber bei 150 verbrannten Häusern ruft man vergebens um Hilfe.  Die freiwilligen Feuerwehrleute hatten auch Häuser zu verlieren.   Das Maedow Homestead-Haus stand noch zu unserer großen Freude.   Die Zypressen  als ehemaliger Sonnenschutz lagen teilweise auf dem Dach und schützten es, da Zypressen nicht leicht brennen.   Der umgebende Bretterzaun schmorte leicht.   Danach fuhren wir um den Wald herum zu unserem Haus -  “Und des Himmels Wolken schauten hoch hinein”- (Schillers Glocke).   Das Haus, einschließlich Garage, 2 Carports, Sauna, Gartenhaus, Pumpenhaus, Hühnerstall und Scheune gähnende Leere, Schwärze und Rauch.  Unsere 3 Ziegen lagen tot unter den Trümmern und die Hühner lagen überall verstreut herum zusammen mit toten Vögeln.  2 Plastik-Regenwassertanks waren wie Ziehharmonikas zusammengeschmolzen.  Der große Betontank stand noch, auch das Schwimmbad war zwar mit schwarzem Wasser gefüllt  und mit  20 cm tieferem Wasserstand als einige Stunden vorher, aber es war nicht geborsten.  Die Goldfische schwammen noch im Spa.  Unsere Liebe zu Bäumen und Grünanlagen waren uns zum Verhängnis geworden. Kein Baum oder Busch auf der gesamten Farm, der nicht verbrannt ist.  Jetzt warten wir auf die Army zum Bäumefällen.   Wo keine Bäume standen, ist nur geringer Schaden entstanden, was Gebäude angeht. Das Feuer ist dort sehr schnell durchgerast

Das Haus von Arnd blieb verschont.  Nur wenige Meter entfernt war selbst der grüne Rasen angesengt.   Die alte Sämaschine ist verbrannt hinter der Kornscheune.  Unser großer MB-Truck blieb ungeschoren, nur 15 m davon entfernt.  Alle großen Scheunen mit den neuen Treckern und Maschinen blieben unversehrt.   Selbst der Mähdrescher, frisch gewaschen wenige Stunden vorher, stand sauber ca 20 m vorm total ausgebrannten Workshop.   Die dicke Steinmauer hielt die Flammen von den Diesel –und Benzintanks ab. Was wäre wohl passiert, wenn die Tanks Feuer gefangen hätten? Die Werkstadt wurde wieder auf Grund der brennenden Bäume an der Straße vernichtet.   Tags zuvor fand noch ein großes Schlachtfest in dem selben Gebäude statt.   Jetzt stinkt das zerlegte Milchmastkalb in den gekochten Tiefkühltruhen gen Himmel. Der große Shearingshed ist ebenfalls unversehrt geblieben.
Wir hatten Glück im Unglück. Die Einsaat für die nächste Ernte ist nicht gefährdet.

Nachdem wir uns einen ersten Überblick verschafft hatten, bahnten wir uns unseren Weg durch umgefallene Bäume zurück in die Stadt.  Unser Freund Gerd lieh mir 100 A$, damit ich Diesel kaufen konnte, und Renate gab uns saubere Wäsche für Helga und mich mit nach Hause.  Danach fuhren wir alle zusammen zu Arnds Haus.  Kurz danach erschien Arnds Freund Mark Steward mit Kollegen und einer kleinen Feuerwehr aus der Stadt.  Er hatte im Radio von unserem Unglück gehört.  Sie fuhren sofort zum Maedowhaus und löschten den inzwischen brennenden Verandazaun und retteten so das Haus, in dem wir jetzt wohnen.  Wir verbrachten die Nacht in den von unseren Gästen verlassenen Betten und erfreuten uns an dem umfangreichen Einkauf, den sie einen Tag vorher getätigt hatten. Im Kühlschrank fanden wir sogar kaltes Bier.   “Es fehlte uns an nichts in unserem 4 * Ferienhaus.” Wir waren jetzt Feriengäste auf der eigenen Farm. Das war am Abend nach dem Feuer. Nachts haben wir verständlicherweise nicht sehr viel geschlafen, vor allem auch, weil ein dicker Baum direkt beim Haus wieder lichterloh brannte.  Wir riefen die CFS Feuerwehr an, da wir unsere Leute schonen wollten, die bis spät in der Nacht die verschiedenen Spotfeuer gelöscht hatten und ihren Schlaf dringend brauchten.  Leider war nach 3 Stunden,  mittlerweile 3 Uhr nachts,  immer noch keiner da. Es wurde immer bedrohlicher, so daß ich zu Arnd fuhr und ihn weckte. Er kam dann auch sofort und löschte mit Heidi und Brian das Feuer.  Die nächsten Tage flackerten immer wieder kleine Feuer auf aus den unterirdisch brennenden Baumwurzeln.  Vor allem nachts sah das sehr gefährlich aus.  Am Tage danach organisierte Arnd zwei kleine Feuerwehren mit je 1000 l und Aggregat zum löschen der verbliebenen Stellen.

Am anderen Morgen fanden wir Lexi zwischen den Trümmern des Woolsheds.  Sie war sehr verstört aber lebendig und unverletzt bis auf  kleine Versengungen am Fell. Ich nahm sie sofort und brachte sie zu Brian.  Ich legte sie zu ihm ins Bett, und Brian war überglücklich. “Ich kann alles ersetzen aber Lexi hätte ich nie wieder ersetzen können” war seine Rede.

Und so ist es genau. Wir sind alle mit dem Leben davon gekommen zusammen mit unseren Hunden. Alles Materielle ist ersetzbar, und teilweise kann man sehr gut ohne viele Dinge leben.   In der Nachbarschaft sind 4 Leute gestorben, insgesamt 10 Menschen sind zu beklagen, darunter sind  4 Kinder.

Die Hilfe von außen setzte dann sofort massiv ein.  Unser Elektriker leistete als erster großartige Hilfe, und bald brannte wieder das Licht mittels eines 7,5 KVA Aggregates.  Die Gäste aus Frankfurt, Familie Spengel, kamen  am 2. Tag mit ihren 2 Kindern zurück und hatten volles Verständnis dafür, daß wir jetzt in ihrem gebuchten Ferienhaus wohnen mußten. Sie überliessen uns das Haus mit allen Vorräten und waren zu Tränen gerührt. Wir versprachen ihnen, sie in Frankfurt zu besuchen.

Dann ging es zur Bank in die Stadt Port Lincoln.  Wir brauchten Geld und vieles mehr. Jetzt wurde es lustig.  Wir waren eine No/Person eine nicht existierende Person, wir hatten keine Identität mehr. Alles war verbrannt.  Die aufgetakelte junge  Dame verlangte von uns 3 Identitätsnachweise einschließlich Foto. Ganz normal in normalen Zeiten.  Aber für uns unmöglich. Jetzt wurde uns klar, was uns erwartete. Wir waren ein Nichts ohne Führerschein, Medicarekarte, Fotos oder Pass. Helga konnte kein Handy anmelden ohne Identitätsnachweis.  Nach einiger Zeit hatte die junge Dame begriffen, was los war. Nach langen Querelen half uns dann  eine ältere, verständnisvolle Dame mit der   Bankkarte von Arnd am Geldautomaten zurecht und zählte uns 1000 A$ in die dreckige Hand.  Mit einem Gefühl wie zu Weihnachten besorgten wir uns dann die unbedingt nötige Kleidung und füllten unsere Nahrungsmittelvorräte auf, nicht zu vergessen Bier, Wein und Champagner.  Unsere wunderbare Rettung wollten wir entsprechend begehen. Wir fühlten uns wie wiedergeboren. Ein neues BBQ aus V2A Stahl zierte am Abend unsere Veranda.  Die Geschäftsleute von Port Lincoln zeigten sich von der besten Seite. Überall gab es erhebliche Nachlässe, in der Apotheke überraschte uns ein Discount von 50 % auf alle Artikel.  So erstand ich 2 Lesebrillen für den Preis von einer.  Die größte Freude erlebten wir mit unserer Versicherung ,” Millenium” die am nächsten Tag schon einen Assessor schickte und zusammen mit unserem lokalen Broker, David,  eine erste Vorortaufnahme durchführte. “Im Zweifel immer für Euch” war die wichtigste Botschaft. Selbst die aufgelaufene Inflationsrate seit Bestehen unseres Versicherungsverhältnises soll uns vergütet werden. Mehrmals waren sie inzwischen da und lassen uns Zeit, alle Schäden festzustellen und anzumelden.  Als allerersten Trost brachte David uns einen Kühlbehälter gefüllt mit den schönsten Delikatessen und eine Kiste Bier für den ersten Schmerz.  Eine große Summe wurde sofort als Anzahlung auf unser Konto überwiesen.

Auch aus der Port Lincolner Bevölkerung kam enorme Hilfe. Leute, zu denen wir gar nicht einmal ein enges Verhältnis haben umarmten uns, erkundigten sich und versuchten uns zu trösten.  Einer stellte uns eine Flasche Wein vor die Tür, andere zweigten Obst oder Gemüse aus ihrem Garten ab oder kochten eine Mahlzeit.

Aber als größte Überraschung kamen unsere Kinder, um uns in der ersten Not zu helfen.  Dirk resite aus Horsham, Victoria an und Marita mit Ludger und unseren 3 Enkelkindern aus Albury, NSW, 1500 km entfernt.  Sie opferten ihren Urlaub, zelteten bei Arnd auf dem restlichen grünen Rasen und standen uns zur Seite und malochten  wie die Berserker.  Sie brachten viele kleine Dinge mit, die uns das Leben leichter machen sollten, angefangen  von Kleidung, Pantoffeln, Wärmflasche, kl. Parfümfläschchen, homoeopathische Medikamente einen Perserteppich, den wir Marita vor langer Zeit geschenkt hatten, damit wir nicht so kalte Füße auf dem Fliesenboden im Ferienhaus haben sollten. Sogar an eine Kette mit einem goldenen Kreuzchen hatte sie gedacht, da HelgasSchmuck verbrannt war. Wir hatten es Karl Otto zur Taufe geschenkt.  Dirk hatte seinen Pickup beladen mit seiner kompletten Feuerwehrausrüstung,( er ist Mitglied der freiwilligen Feuerwehr) und mit Mengen an Lebensmitteldelikatessen, die er für uns eingekauft hatte. 60 Flaschen selbstgebrautes Bier krönten seinen guten Gaben. Auch CDs, um uns aufzumuntern, hatten sie dabei. Beide haben ihren Garten geplündert und alles eingepackt, was vorhanden war. Es wahr rührend und tat gut. Dann ging es an die Dreckarbeit. Ca. 1400 tote Schafe, ein Teil mußte in den nächsten Tagen noch erschossen werden  schleiften sie in die 4 Massengräber, die auf unserer Farm ausgebaggert worden waren. Auch die Nachbarn beschickten sie mit. Tagelang sahen wir nur Lastwagen mit toten Schafen auf den Straßen fahren. Für den jungen Philip mit 15 Jahren war es eine besonders harte Herausforderung, die er aber voll meisterte.  Die beiden Doktoren, Ludger und Dirk, waren von Schornsteinfegern nicht zu unterscheiden. Marita regierte in Arnds Küche und organisierte per Handy alle Hilfsmaßnahmen wie Trinkwasserbelieferung, Telefonverbindung, Strom usw. Sie nahm uns auch an die Hand und brachte uns zu den Regristrierungsstellen, damit wir als Buschfeuer geschädigte in das Hilfssystem kamen. Wir waren wie tot zu der Zeit und litten unter dem Schock.

Errol und Pauline Schuster, pensionierte Farmer aus dem 200 km entfernten Cleve, waren sofort am nächsten Tag zur Stelle.  Errol half Arnd Schafe erschießen sowie die Gesunden einsammeln, da ca 100km Zäune verbrannt und umgekippt waren.  Die Tiere liefen kreuz und quer total verstört herum. Die Rinder standen in ihrer verbrannten Weide am Wasserloch und haben dort überlebt.  Nur eine Kuh wurde verletzt. Die Brandwunden von einigen hundert Schafen  müssen jetzt alle 2 Tage behandelt warden. Errol half auch die ersten Abzäunungen wieder zu errichten, damit wir das gerettete Vieh sicher unterbringen konnten.  Pauline half Helga und Joy das Haus vom Ruß zu befreien. Sie brachten einen großen Karton Aprikosenmarmelade und eingekochte Aprikosen sowie einige Mugs, da sie glaubten, wir könnten sie brauchen.  Eine davon ist jetzt Helgas Lieblingstasse.

Zeitgleich kamen aus dem Barossa Valley Heidis Eltern und 2 Vettern und einem Barossa Nachbarn.  Sie brachten auf einem Lastzug eine Ladung Heu und einen zweiten Truck  mit schwerem Gerät zum Aufräumen, wie einen Bagger, Bobcat,und Werkzeug. Ein geschlachtetes Schaf war auch dabei und Obst und natürlich Wein aus dem Barossa.   Letzterer war äußerst wichtig, er diente als Muntermacher, und wir haben ihn ausführlich genossen, als Arnd und Heidi am Freitag 20.1.2005 ihre Verlobung bekannt gaben. Bis tief in die Nacht feierten wir frisch geduscht mit Gesang, wie das bei uns Deutschen so üblich ist. Wegen Mangel an Zeit zum Einkaufen half unser Nachbar, Larry, mit einem immitierten  Verlobungsring aus.  Heidi hat ihn freudestrahlend an den Finger gesteckt.  Wir sind stolz auf unsere handfeste zukünftige Schwiegertochter, die aus einer urdeutschen Pionierfamilie stammt, die seit 150 Jahren im Barossa Valley immer noch auf der selben Farm lebt.  Dieser Pioniergeist von 1850 ist in der Familie Schmidt noch voll lebendig. Sie produzieren wunderbaren Rotwein. Wir versprachen ihnen, im April zur Weinlese mit Wilma und Heinrich Schmidt aus Steinfeld zu ihnen ins Barossa Valley zu kommen.

Einen Tag nach der Katastrophe erschien Father Paul Burke bei uns auf der Farm.   Er ist ein Verwandter von Damian und der Taufpate von Claire Marie.  Er machte zu der Zeit Urlaubsvertretung für unseren Geistlichen.  Er konnte besonders gut mitfühlen wie uns zumute war; er kam geradewegs vom Hilseinsatz auf der Farm seines Bruders, der auch abgebrannt war.  Leider habe ich ihn nicht getroffen, aber über das Kruzikix und den Rosenkranz habe ich mich sehr gefreut.  2 Tage später erhielten wir erneut geistlichen Beistand.   Father Quinn stand in der Tür.  Er war 19 Jahre unser Pastor in Port Lincoln und ein besonders guter Freund, der uns schon 4 mal in Steinfeld besucht hat. Er hatte seinen Urlaub abgebrochen und war über 600km Entfernung angereist.  Mit ihm besichtigten wir das zerstörte Haus.   Als praktischer Farmerssohn hatte er eine Weihwasserflasche im Auto und segnete umgehend den neuen Bauplatz ein.  Er wird als Ehrengast bei der Hauseinweihung dabei sein. 

Eine schlimme Erfahrung erlebten wir durch starken Wind über mehrere Tage.  Der lockere Mutterboden, vermischt mit schwarzer Asche, verdunkelte erneut den Himmel.  Schwere Asche-Sandstürme rasten über uns weg und drangen durch alle Fugen.  Uns blieb nur Hilfe zur Selbsthilfe. Mit Tesamoll dichteten wir alle Fenster und Ritzen ab, da täglich fingerdicker schwarzer Staub selbst in die Betten drang.  Wir konnten die Gefühle der ehemaligen Trümmerfrauen in Berlin nachempfinden. Mich hat dieses Erlebnis am meisten frustriert, mehr als der Brand.  Was pflegte Oma Enneking zu sagen : “Alles aufopfern” So ging es auch uns.  Nach der Tesa-aktion wurde es aber erträglicher. Helga hat sich dann schwarze T-shirts und dunkle Wäsche zugelegt, was die Sache sehr erleichterte. Weiße T-shirts kamen grau mit Muster von der Leine.

Ich wünsche ja keinem etwas Schlechtes, aber den Selbstverwirklichern und verwöhnten Weicheiern der heutigen Zeit, die wir ja auch in den letzten 22 Jahren hier auf der Farm erlebt haben, gönne ich nur einen Tag im verbrannten Country.  Es wäre mir ein Vergnügen zu erleben, wie sie aussehen, wenn sie wie wir nach dem Besuch auf der schon wieder schwarzen Toilette ein Abbild der Brille auf ihrem zweiten weißen Gesicht vorfinden.  Man möge mir verzeihen! Aber die Gedanken sind frei!

Mit Hochdruck sind wir jetzt am Aufräumen.  Ca 100 km Zäune müssen aufgerollt und weggeräumt und teilweise wieder erstellt werden.

In der ersten Woche erhielten wir Hilfe von Ron aus Neuseeland, er wurde uns von der Vermittlungsstelle für Volunteers geschickt. Er schlief in seinem Auto und  lebte bei Arnd zussammen mit der Großfamilie. Zwischendurch kam ein Ehepaar aus Holland mit ihrem Boot und wohnte auch darin . Danach rückte Eaden aus Irland an und ist jetzt schon einige Wochen bei uns.  Er schläft ebenfalls in seinem Auto. Einige Rentnerbands rollten auch mehrere Zäune auf.  Die Armee kam mit großem, schwerem Gerät und  räumte den Schutt weg und fuhr ihn kostenlos ab. Trinkwasser wird uns auf Abruf kostenfrei in unsere erhaltenen Tanks gepumpt.  Jetzt warten wir auf Hilfe, unsere großen alten Pines zu fällen, wovon mehr als 100 hier um uns herum mit schwarzen Ästen und verbrannten Wurzeln stehen.  ´Witwenmacher” werden sie genannt. Es fallen laufend Äste herunter und sie nadeln gewaltig. Auch alle anderen Bäume und Büsche erstrahlen in allen Braunschattierungen bis Schwarz wie im europäischen Herbst. Die Blätter fallen langsam ab und wehen durch die Gegend. Wir fühlen uns manchmal wie im “Black Forest” oder wie der Förster im Silberwald, wenn die Sonne auf die weiße Asche scheint.

Der Radlader ist laufend im Einsatz.  Er verlor schon seine Schutzbleche.  Arnd hat einen eigenen starken Bobcat bestellt, damit wir etwas Erleichterung bei den Aufräumarbeiten bekommen.

Auf dem alten Woolshedgelände ensteht bereits ein 4 x 9 m Gebäude mit Badezimmer und Küche und Aufenthaltsraum als Versorgungszelle für parkende Caravans. Onsuite nennt man das hier. In Zukunft können unsere Gäste hier in der Abgeschiedenheit   von Lärm und Verkehr ihren Caravan parken und das wiedererstandene Greenpatch genießen mit Blick auf den Greenpatch, umgebende Weiden mit grasenden Schafen  und unsere Windmühle am Teich. Ist das ein Angebot?

Unsere ersten Gäste werden Wilma und Heinrich Schmidt aus Steinfeld sein, die sich in die verbrannte Gegend wagen.

Unser Haus wird auch wiedererstehen und zwar schöner als zuvor. Damian arbeitet mit Hochdruck an den Entwürfen, die Dank Fax und Email info@heinemann-immobilien.de auch auf die Entfernung hin zügig vorangehen.  Berni Haskamp, der Mann der ersten Stunde vor 23 Jahren, war auch diesmal wieder sofort zur Stelle und hat für uns die notwendigen Dinge mit seinen alten Beziehungen organisiert. Er kam sofort von Adelaide mit seinem Auto zu uns. als er von unserem Disaster hörte.

Frau Tourist Ministerin Jane Lomax Smith hat uns besucht, da wir langjährige Mitglieder im Touristenverband sind.  Sie besichtigte mit uns das verbrannte Haus und setzte sich dafür ein, daß wir schnellstens unseren Reisepass wieder bekommen.  Sie organisierte für uns eine Dame vom deutschen Konsulat. Frau Brown flog von Adelaide nach Port Lincoln und kam zu uns direct auf die Farm, um uns den Weg nach Adelaide zu ersparen.  Sie brachte alle Unterlagen mit, und wir hatten nur noch zu unterschreiben. Die Beschaffung der Geburtsurkunden von Deutschland klappte ebenfalls innerhalb eines Tages dank Fax, - in 8 Wochen sollten wir einen neuen Reise-Pass haben.

 Helga hat jetzt einen neuen Computer und in Kürze wird sie auch die Webseite www.enneking.net  wieder managen und mit Bildern und Informationen versorgen. Es sind bereits einige hundert Bilder auf die Seite geladen, die Euch einen kleinen Einblick in unsere Situation geben. Im Moment versorgt Paul in Adelaide die Seite und Dirk kümmert sich um die Bilder.

Wir freuen uns über die vielen Anrufe und die herzliche Anteilnahme. Dank unserer Gesundheit krempeln wir erneut die Arme auf und werden Greenpatch mit Gottes Hilfe zu altem Glanz verhelfen
Otto                                                                                     

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Bericht von Helga 26.1.2005  

An alle die so grossen Anteil genommen haben an dem Feuer auf unserer Farm in Port Lincoln auf der Eyre Peninsula in Sued Australien.

Die Farm ist schwarz verbrannt. Ca 1 Millionen Baueme sind schwarz und muessen zum Teil gerodet werden, einige werden wieder gruen werden nach dem Regen. 15 groessere und kleinere Gebaeude sind verbrannt sowie 2 Wohnhaeuser. Arnds Haus ist stehen geblieben. Bei Arnd ist jetzt die Zentrale fuer den Krisenstab.

Unser Haus ist total zu Pulver geworden nur ein paar Aussenwaende stehen noch, die aber auch abgerissen werden muessen. Bei 1000 Grad Hitze und 170 km Windgeschwindigkeit bleibt nichts uebrig. Ein Gaestehaus hat ebenfalls ueberlebt und dort wohnen Otto und ich jetzt in unserer "4 Sterne Ferienwohung mit allem Komfort". Wir sind einige der wenigen Gluecklichen in diesem Desaster dank dieses Hauses.

Wir haben ueberlebt und haben ein Dach ueber dem Kopf auf eigenem Grund. Der Strom ist wieder angeschlossen und das Government hat uns Trinkwasser in den
erhaltenen Wassertank gepumpt. Wir hatten zur Zeit des Ungluecks eine Familie aus Frankfurt dort, die rechtzeitig gefluechtet ist, so dass sie das Feuer nicht erleben musste. Sie haben uns das Haus sofort ueberlassen und sind in eine andere Gegend gefahren. Hier in Port Lincoln ist keine Unterkunft zu bekommen.

Es wurden 150 Hauser verbrannt und die Leute sind in den Hotels untergebracht. Zudem war ein Heer von Reportern in der Stadt, die jedes Bett, das vorhanden war ,belegten sofort nach dem Unglueck. 

Das wichtigste aber ist, wir leben mit unseren 6 Hunden. Alles andere kann ersetzt werden. In diesem Moment weiss man was die wirklichen Werte sind im Leben, nicht die Perser, Oelgemaelde , Silberbestecke, Antike Moebel und Juwelen. In solchen Augenblicklicken lernt man auch seine wirklichen Freunde kennen. Dank unserer Freunde, die sofort noch waehrend des Feuers da waren, ist unser Ferienhaus gerettet worden.

Bis spaet in die Nacht haben sie geloescht. Unsere ganze Familie ist gekommen mit Kind und Kegel und zeltet hinter Arnds Haus. Sie helfen Tiere erschiessen, tote Schafe ins Massengrab schleppem, die ueberlebenden Tiere fuettern und aufraeumen. Marita und ich bekochen die ganze Truppe.

Vor einigen Tagen kam auch noch eine Hilfstruppe aus dem Barossa Valley, Eltern und Vettern von Heidi mit Bobcat und 2 Lastern mit Heu fuer unsere Tiere. Sie rauemen verbrannte Zauene weg und bauen neue. Heute sind sie alle bei den verbliebenen Schafen um sie mit Hilfe des oertlichen Veterinaers zu behandeln.

2/3 unseres Bestandes musste Arnd erschiessen. Am Tag nach dem Feuer machten wir eine Erfahrung, die sich niemand vorstellen kann. Wir waren eine No Person. Kein Identitaetsnachweis war mehr vorhanden .

Kein Photo, kein Pass, keine Vissacard usw. Wir konnten nicht einmal ein Handy bekommen ohne Identitaet. Wir haben unser Foto zur Bank mitgenommen, das unsere Familie zeigt vor 23 Jahren bevor wir nach Australien abflogen.

Wir hatten es im Ferienhaus in unserer Stube haengen. Es reichte aus, um unser eigenes Bargeld abzuheben. Jetzt haben wir wieder eine Visacard, eine Bankcard, Passfotos und das Leben wird wieder normaler.

Die Hilfsbereitschaft der Community ist nicht zu beschreiben, sie ist ueberwaeltigend. Jeder, der eben kann arbeitet als Volunteer in einer der vielen Hilfsorganistionen. Das rote Kreuz, Salvation Army, das Government alle sind koordiniert und schleusen taeglich Hunderte von Leuten durch die verschiedenen Hilfsdepartments.

Jeder Geschaedigte erhielt 280 A$ sofort als Scheck ausgehaendigt fuer die erste Not. Unsere Versicherung zeigt sich so nobel wie wir es im Traum nicht erwartet haetten, Sie versucht aus unserer Police herauszuholen was eben moeglich ist und im Zweifelsfall entscheidet sie immer fuer den Kunden, also uns. Am selben Tag haben wir 10000 A$ aufs Konto ueberwiesen bekommen fuer die Deckung der ersten Beduerfnisse. 1/3 der
Versicherungssummer ist ebenfalls schon angewiesen.

Erfahrungen, die wir in Deutschland bei verschieden Gelegenheiten gemacht haben, ist nicht damit zu vergleichen.

Unser frueherer Priester, Father Quinn, der schon einige Jahre in einer anderen Pfarrei arbeitet, hat seinen Urlaub abgebrochen und besucht seine frueheren Schaefchen. wir haben uns sehr darueber gefreut.

Er hat unseren neuen Bauplatz geweiht mit seiner mitgefuehrten Weihwasserflasche, damit alles gut laueft und wir in Zukunft auch im neuen Haus unter Gottes Schutz stehen. Wir hatten eine Armee von Engeln um uns sonst waeren wir alle 3 nicht aus den Flammen gerettet worden.

Als alles verloren war, fuehrte unser Fluchtweg durch eine 8 km brennende Schneise. Wir konnten die Strasse mit voll aufgeblendetem Licht nicht sehen,  nur brennende Buesche und Felder um uns. Arnd kam noch von der Strasse ab, weil er fuer einen Moment ohnmaechtig wurde. Heidi hat ihn gerettet und wir sind alle mit 4 Autos unserem Lehrling Brian und 5 Hunden auf dem Pickup sicher am Meer gelandet.

Das war es fuers erste. Ich werde Euch auf dem laufenden halten. Heute
haben wir ein Meeting mit dem Builder, der unser Haus bauen will und das
neue Leben nimmt seinen Anfang.

Betet fuer uns Helga
26th January 2005

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